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Schließung der Voba-Filiale in Breckenheim

Offener Brief unserer Stadtverordneten Monika Heller an die Voba

Sehr geehrter Herr Dr. Hildner,

„Die anderen Banken sind desertiert“ die Sparkassen und Volksbanken wollen sich nicht aus der Fläche zurückziehen. Das war die Überschrift eines Artikels im Wiesbadener Kurier am 30.08.2017. In diesem Artikel wird Herr Uwe Fröhlich, Präseident des Bundesverbandes der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken interviewt. Hier verweist Herr Fröhlich auf die Ertragsstärke der Institute vor Ort.

Das hat mich als Stadtverordnete und auch als Mitglied einer Genossenschaftsbank veranlasst, Ihnen diesen Brief zu schreiben.

Im Ortsteil Wiesbaden-Breckenheim steht die Schließung Ihrer Filiale an. Diese Nachricht ging wie ein Lauffeuer
durch die Gemeinde und hat für großen Unmut sowie Besorgnis gesorgt. Besonders die Art der Information. Sie haben den Kunden kurz und bündig auf dem Kontoauszug mitgeteilt: „ Aufgrund des spürbaren Rückgangs der Kundenfrequenz sowie der Tatsache, dass sich im nahegelegenen Nordenstadt unser Beratungszentrum befindet, werden wir die Filiale Breckenheim am 31. Oktober 2017 schließen. Wir bitten um Ihr Verständnis“.

Ihr großes Beratungszentrum ist für Breckenheimer ohne eigenes Fahrzeug kaum zu erreichen. Also keine Alternative für die Bank vor Ort.

Sie werben mit genossenschaftlichen Werten, Mitbestimmung und regionaler Verwurzelung.

Außerdem wird den Mitgliedern eine Beteiligung an demokratischen Entscheidungsprozessen mitzuwirken eingeräumt.

Es ist mir nicht bekannt, dass Sie die Breckenheimer Mitglieder/Kunden vorher über Ihre Planungen befragt oder informiert haben, ebenso vermisse ich Alternativvorschläge. Ist ein Automatenstandort geplant oder evtl. ein mobiler Schalter, der an bestimmten Tagen bestimmte Orte abfährt? Möglichkeiten gibt es sicher einige, um dem Genossenschaftsgedanken gerecht zu werden.

Ich sehe ein, dass der Finanz- und Bankenmarkt durch die gegenwärtige Niedrigzinspolitik zu kämpfen hat. Doch Bestand haben meiner Meinung nach die Genossenschaftsbanken und Sparkassen nur durch qualifizierte Beratung und Kundennähe.

Deshalb würde ich mich über eine Antwort von Ihnen mit einer kreativeren Lösung des Breckenheimer Problems freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Monika Heller
Schreiben vom 07.09.2017

Reaktion der Voba auf den offenen Brief
Offner Brief der Voba zur Veränderung in ihres Filialnetz


Sehr geehrte Frau Heller,

vielen Dank für Ihr an unseren Vorstand gerichteten offenen Brief vom 7. September 2017. Ihr Anliegen haben wir mit dem Vorstand erörtert und nehmen hierzu gerne Stellung.

Die Wiesbadener Volksbank ist und bleibt auch zukünftig eine Filialbank, bei der die persönliche Beratung durch Menschen integraler Bestandteil ihres Selbstverständnisses ist. Gleichwohl unterliegt das Filialnetz unseres Hauses einer ständigen Überprüfung und Anpassung an die Kundenbedürfnisse.

Wir stellen dabei insgesamt fest, dass die digitalen Kontaktwege sowie die Service- und Beratungsangebote im Online-Banking immer stärker genutzt werden. Dieses veränderte Kundenverhalten führt in der Folge zu einem Rückgang der Filialbesuche. Die Filiale in Breckenheim verzeichnete weiterhin auch deshalb immer weniger Kundenbesuche am Tag, da viele unserer Kunden zwischenzeitlich ihre umfassenden Bankgeschäfte im nur 4 km entfernten Beratungszentrum Nordenstadt erledigt haben.

Für die Bargeldversorgung steht am REWE Standort in Breckenheim ein Geldausgabeautomat des VR-BankCard Service Netzes zur Verfügung. An diesem können auch Kontoauszüge erstellt werden.

Unseren von der Schließung betroffenen Kunden bieten wir - wie generell - an, dass wir Beratungsgespräche auch zu Hause und bis 20 Uhr durchführen.

Zusätzlich können tägliche Bankgeschäfte auch unkompliziert telefonisch über unser Kundencenter erledigt werden. Dort stehen unseren Kunden auch für sonstige Fragen bestens ausgebildete und kompetente Mitarbeiter zur Verfügung.

Mit feundlichen Grüßen

i.V. Jens Schneider
i.A. Heike Hilka
Schreiben vom 11. 09.2017